Almweiderind aus Österreichischen Bergregionen

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Die Rinder für Transgourmet-Ursprung stammen von verschiedenen Almen aus der Steiermark und den angrenzenden Regionen. Das rauere Klima auf einer Alm mögen nicht nur die Kühe lieber, es sorgt auch für magere, sehr kräuterreiche Wiesen. Diese Faktoren sowie viel Bewegung ergeben ein geschmackintensives Rindfleisch mit der gewünschten intramuskulären Fetteinlagerung.

In Reichenfels, genau auf der Grenze zwischen der Steiermark und Kärnten, begleiten wir den Auftrieb auf die St. Peterer Alm. Die Almhütte liegt auf 1.600 Metern und die Almweideflächen erstrecken sich bis auf 1.900 Meter. Es fängt gerade erst an, hell zu werden, als uns Thomas Lassarus am Morgen im Dorf abholt. Er arbeitet für die Firma Marcher und ist Vermarktungspartner der Agrargemeinschaft Petereralm. Er kommt selbst aus dem Nachbarort und kennt nicht nur jeden der Bauern, die wir heute begleiten werden, sondern auch die Alm und den Weg nach oben sehr gut.

Über den Wiesen liegt dichter, feuchter Nebel. Die Tage zuvor hat es stark geregnet. Das ist gut, denn so konnten sich die Almweiden nach einem sehr trockenen Frühjahr erholen, die Gräser und Kräuter wachsen. Gut, weil die Weiden den Sommer über das Futter für die Kühe liefern. Gut, weil das krä̈uterreiche Futter eine wichtige Voraussetzung für gute Fleischqualität ist. Anfangs hören wir nur Glockenläuten und die Rufe der Bauern. Es hat fast etwas mystisches. Schließlich tauchen die ersten Tiere aus dem Nebel auf und laufen raschen Schrittes den Weg entlang. Kaum zu glauben, dass eine Kuh so schnell laufen kann.

Die erste Herde gehört zu Familie Grillitsch. Hochkonzentriert leiten sie die Tiere nach oben, ein Teil der Familie vor der Herde, ein Teil hinter der Herde. Die Strecke zur Alm ist mehrere Kilometer lang und führt vorbei an steilen Hängen, Wiesen und vor allem durch Wald. Nach ein paar Kilometern entspannen sich die Kühe und laufen gemächlicher. Zeit für ein kurzes Gespräch mit Monika Grillitsch. Sie erzählt uns, dass die erste Stunde immer sehr anstrengend ist. Da stehen alle unter Strom. Meist sind es gerade die jungen Tiere, die zum ersten Mal auf die Alm kommen und dann oft vom Weg in den Wald ausbrechen. Doch heute geht alles gut. Ohne Zwischenfälle erreichen wir bereits kurz vor acht die Petereralm.

„So früh waren wir noch nie oben.“ sagt Monika. Mit Händeschütteln wird der neue Almwirt Luis Dienstler begrüßt. Die Tiere werden gemeinsam auf eine Koppel getrieben, wo diese erst einmal zur Ruhe kommen und grasen können.

Mit auf der Alm ist Obmann Walter Sattler. Er ist Vorstand und Stimme aller Bauern aus der Agrargemeinschaft Petereralm. Er ist es auch, der die Tiere anhand ihrer Ohrmarken registriert, um später den Status des „gealpten Rindes“ bestimmen zu können. Mindestens 60 Tage muss ein Rind dafür auf der Alm gewesen sein.

Trotz der schweißtreibenden Arbeit, ist die Stimmung positiv.

Während Familie Grillitsch bereits bei der wohlverdienten Jause in der Almhütte sitzt, ist bei den anderen der Auftrieb noch in vollem Gange. Bei Familie Greßl läuft es heute nicht so ruhig ab. Statt brav in der Herde zu trotten, reißen die Tiere ständig aus. Die Männer, die die Herde begleiten, sind bis aufs Hemd durchgeschwitzt. Rein ins Dickicht, den Tieren hinterher, wieder rauf auf den Weg, weiterlaufen. Und dann ein paar Meter später, wieder ein Tier das aus der Reihe tanzt. Trotz der schweißtreibenden Arbeit, ist die Stimmung positiv.

Endlich haben auch sie es geschafft. Mensch und Tier kommen wohlbehalten auf der Alm an. Die Tiere werden verteilt. Es scheint ein bisschen wie bei einem Rodeo. Geschickt manövrieren die Männer zusammen mit Luis die Tiere durch das Gatter auf die Koppel. Für die Kühe eröffnet sich eine 400 ha große Almfläche aus Weiden und Wäldern. Trotz des weiten Wegs nach oben machen die Tiere einen sehr entspannten Eindruck und verteilen sich grasend auf der gesamten Alm. Fast ist es so, als würden gerade die älteren Tiere ihre bekannten Lieblingsplätze gezielt wieder aufsuchen.

Luis Dienstler ist der neue Almwirt. Gemeinsam mit seiner Frau Hermine bewirtschaftet er diesen Sommer das erste Mal die Petereralm. Er wurde gemeinschaftlich von den Bauern der Agrargemeinschaft ausgewählt. Für ihn spricht nicht nur, dass er aus einem nicht weit entferntem Ort kommt, sondern vor allem seine lange Erfahrung. Er hat praktisch sein ganzes Leben auf einer Alm verbracht. Mit fünf Jahren das erste Mal auf der Alm seiner Eltern, dann als junger Bursche auf Wanderjahren bei verschiedenen Almen. Bis er seine Frau Hermine kennengelernt hat und mit ihr eine Familie und einen eigenen Hof gegründet hat.

Dieses Jahr wollten die beiden endlich wieder einen Sommer auf der Alm verbringen. Die Kinder betreiben derweilen den Hof. Mitgekommen sind außerdem eine Herde Ziegen und alles Equipment, was man zum melken und Käsemachen braucht. Denn neben seiner Tätigkeit als Almwirt, ist Luis auch ein leidenschaftlicher Käser. Sein Käse wird natürlich auch auf der Jausenplatte in der Almhütte serviert.

In der Hütte setzen wir uns zu den Bauern und sprechen über Qualität und warum es uns wichtig ist, die sehr gute Fleischqualität der gealpten Rinder und die wunderbaren Geschichten dahinter auf die Teller der Transgourmetkunden zu bringen. Hier auf der Petereralm werden die Tiere bis Mitte September ca. 100 Tage verbringen. Den Rest des Jahres verbringen sie auf den Höfen im Tal. Der Großteil der Höfe hat auch im Tal Weideflächen und Stallungen mit Laufflächen. Einige Betriebe halten die Tiere im Winterhalbjahr in der für den alpinen Raum traditionellen Anbindehaltung. Oft sind es gerade die sehr kleinen, traditionellen Bauernhöfe die Anbindehaltung praktizieren.

Die Almweidehaltung ist aus unserer Sicht das beste was einer Kuh passieren kann. Aufgrund der unterschiedlichen Haltungssysteme der Bauernhöfe im Winterhalbjahr stufen wir jedoch das gesamte Programm des “Almrindes“ innerhalb unseres Nachhaltigkeits-Ratingsystems als „Good“ ein.

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