Bio Gemüse aus Südhessen

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Wir sind zu Besuch bei Thomas Zell vom Biolandhof Ackerlei und sind von seinen Worten ehrlich berührt. Gleich zu Beginn bittet er uns, kein Portraitfoto zu machen. Er sei Bauer und kein Marketingmensch. Auch wenn wir daher kein Foto von seinem strahlendem Lächeln einfangen können, verstehen wir seinen Wunsch vollkommen. (Zudem sind seine Hände mindestens so ausdrucksstark wie sein Gesicht.)

Ich kann gar nichts anderes machen, als Bauer zu sein. Das ist meine Berufung. Und ein Mensch sollte das tun, wozu er sich berufen fühlt. Nur dann ist man mit dem Herzen dabei und gut in dem was man macht.

Für einen Hofbesuch haben wir (es ist Anfang August) leider das denkbar ungünstigste Wetter erwischt – es regnet in Strömen. Überhaupt ist dieses Jahr ein regelrechtes Regendrama, erzählt uns Thomas Zell. Soviel Regen hat er in den mehr als zwanzig Jahren, die er jetzt schon Bauer ist noch nie erlebt. Eigentlich ist die Gegend eher wasserarm und die Felder müssen gerade im Sommer über ein ausgetüfteltes System bewässert werden.

Doch dieses Jahr ist der Regen Segen und Fluch zugleich. Die starken Niederschläge haben zum Teil ganze Felder weggeschwemmt und machen auch dem Salat zu schaffen. Nicht nur der schießt bei dem Wetter schneller als sonst, sondern auch das Beikraut. Das bedeutet viel Handarbeit.

Doch davon lässt sich Thomas Zell nicht entmutigen. Für ihn gehören diese Herausforderungen und das Wirken der Natur zu seinem Beruf, vor allem aber zum Biolandbau dazu. Mit ansteckendem Idealismus und einer unglaublichen Herzlichkeit führt er den Betrieb gemeinsam mit seiner Frau Rebekka. Begonnen haben sie einst mit 1,5 Hektar Ackerfläche und sind seitdem organisch gewachsen. Immer in Maßen, immer mit der Natur.

Vor knapp drei Jahren konnte Thomas den nicht weit entfernten Birkenhof/Seligenstadt davon überzeugen, auch auf Bio umzustellen. Für Hubert Wolf, Inhaber des Birkenhofs, war das anfangs ein ganz schönes Abenteuer und auch jetzt lernen sie nach eigener Aussage jeden Tag dazu. Zurück zum konventionellem Anbau möchte er dennoch nicht mehr.

Es ist etwas anderes vom Traktor oben auf den Acker zu schauen, als direkt unten beim Boden zu sein und so eng mit der Natur zu arbeiten.

Auch in Seligenstadt hat der Regen alles schnell schießen lassen. Fast könnte man meinen, man steht in einem Blumenfeld, statt auf dem Acker. Doch schiebt man das üppige Grün beiseite, wachsen dort Karotten, Beete und Pastinaken. Der Boden hier ist eher sandig und eignet sich gut für Wurzelgemüse.

Der Birkenhof brachte nicht nur zusätzliche Flächen, sondern auch die Möglichkeit Tiere zu halten. Die hatten bis dahin im Sinne eines gesunden Betriebskreislaufes noch gefehlt.

In einem geräumigen Stall mit überdachtem Auslauf leben Ferkel wie ausgewachsene Schweine zusammen. Das ist sonst eher unüblich, geht hier aber durch den vielen Platz erstaunlich gut. Die Schweine verwerten das Restgemüse und der Mist wird wiederum zur Düngung der Felder verwendet.

Zum Schluss zeigt uns Hubert Wolf noch voller Stolz die hofeigene Metzgerei. Einmal die Woche wird geschlachtet, das Fleisch direkt im Hofladen verkauft.

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